Die Themen Schulleitung und Schulentwicklung sind " in ". Das làsst sich aus bildungs politischen Verlautbarungen genauso ablesen wie aus einer Vielzahl von Publikationen ,die in den letzten Jahren zum Komplex Schulentwicklung erschienen sind ( Dalin/Rolff 1990 , Regenthal 1992, Philipp 1992,Bildungskommission NRW 1995,Keller 1997, Schubert 1998,Eikenbusch 1998, Schratz/Steiner(Lòffler 1998,Bastian 1998,Klippert 2000).(www.beltz.de )(www.ds.lascuola.it ).
Die heutigen Ansprùche und Konzepte stellen ùber weite Strechen auf das Gesamtsystem Schule sowie auf schulinterne Reflexionen und Verànderungen nach dem Prinzip der " Selbsterneuerung " ab. Das heisst,den Kollegien wird nahe gelegt,sich in eigener Regie auf den Wege zu machen und die bestehenden Herausforderungen und Probleme in der Schule zu lòsen. Das ist die Rede von
- Selbstorganisation und Schulautonomie
- Budgetierung und Evaluation
- Schulprogramme und Schulprofilen
- Qualitàtssicherung und Qualitàtsmanagement
- Organisationsentwicklung ( OE) und Corporate Identity .
Diesen und anderen Schlagworten ist eienes gemeisam: sie werden von vielen Akteuren in den Schulen als eher abgehoben , praxisfern und in gewisser Weise auch bedrohlich wahrgenommen.Bedrohlich deshalb , weil viel gefordert, aber wenug konkrete Unterstutzung angeboten wird.
Kein Wunder also, dass sich viele Lehrkràfte ( und auch Schulleiter) hòchst skeptisch und/oder irritiert zeigen, wenn ihnen Schulentwicklung in obigen Sinne nahegelegt wird,haben sie doch den nicht ganz unbegrundeten Verdacht, dass die ganze Schulentwicklungseuphorie am Ende doch wieder nur in aufwendige Arbeitsbeschaffungsprogramme einmùndet, die fùr die Bewùltigung des Schul- und Unterrichtsalltags wenig bringen.
Die leicht 50 und mehr Prozent der Lehrerschaft ( http://www.bllv.de/ /cms ) sprechen immer mehr ùber ein nicht bekanntes " Mittelfeld ", wenn sie zuerst ùber die Schulentwicklung reden mòchten.Dieses "Mittelfeld "làsst sich erfahrungsgemàss auf Innovatiiosprozesse nur dann ein, wenn sie ùberschaubar sind, ni cht zu viel Arbeit machen uund mòglichst bald greifbare Erfolgserlebnisse und Entlastungsperspektiven im alltàglichen Unterrichtsbetrieb versprechen. Und da die konstruktive Mitarbeit dieses " Mittelfeldes " eine entscheidende Voraussetzung dafùr ist , dass Schulentwicklung nachhaltig im Gang kommen kann,mussen vielerorts ganz erhebliche Abstriche vom shizzierte OE Konzept gemacht werden Daraus ergeben sich folgende Ueberlegungen und Konsequenzen :
- Schulentwicklung muss dort ansetzen ,wo das Gros der Lehrkràfte Probleme hat und nachhaltigen Innovationsbedarf signalisiert:
- Schulentwicklungsprozesse mùssen ùberschaubar sein und dem Gros der lehrkràfye das Gefùhl vermitlen, ! " das pachen wir ":
- Schulentwicklung - wie auch Schulleitung - braucht unterstùtzende Rahmenbedingungen , die Mut machen und wirksames innovatives Handeln gewàrhrleisten ;
- Schulentwicklung setzt voraus , dass sich die schulische Akteure bereit und in derLage sehen, Neues zu versuchen Und das verlaungt einschlàgige Fortbildung.
- Schulentwicklung muss so angelegt sein, dass sie rasch zu greifbaren Erfolgserlebnissen auf Lehrer - wie auf Schùlerseite fùhrt;
- Schulentwicklung muss die aktuelle Unterrichtskritik reflextieren und einen ùberzeugenden Beitrag zur Effektivierung der schulischen Bildungsarbeit leisten.
Dies alles spricht dafur, den Unterricht ins Zentrum des Schulentwicklung zu stellen. Der Unterricht ist nicht nur der Kernbereich der Lehrertàtigeit ,sonder er stellt auch und zugleich ein àussert virulentes Problemfeld dar,das viele Lehrkràfte verunsichert, belastet und nach neuen Formen des Lehrens fragen und suchen làsst.
So gesehen hat Johannes Bastian zweifellos recht, wenn er konstatiert :
" Alle Bemùhungen um Schulentwicklung bleiben holl, wenn sie den Unterricht nicht erreichen(Bastian 1997,s.6). Ganz àhnlich argumentiert Hilbert Meyer ,wenn er darauf hinweist, dassSchulentwicklung schliesslich kein Selbstzweck sei. Ihre einzige Legitimation liege darin, das Lehrern,Lernen und Leben in der Schule humaner und erfolgreicher zu machen( vgl. Meyer 1997, s.47 )..
Auch in anderen aktuellen Publikationen zum Thema Schulentwicklung wird mittlerweile der zentrale Stellenwert der Unterrichtsentwicklung herausgestellt (vgl. Schratz(Steiner -Lòffler 1998,s.41).Diese Akzentsetzung kann hier nur zugestimmt werden,da es im unterrichtlichen Bereich in der Tat eine Menge zu veràndern und zu verbessern gilt, was im besten Sinne des Wortes zukuntsgerichtete und zukuntsgerechte Schulentwicklung ist. vi.ga
Literaturverzeichnis
- Bastian J, Auf dem Weg zum Schulprogramm,Schulpàdagogische und bildungspolitische Annerkungen , in :Pàdagogik 2,1998, s.6 ff
- Bildungskommission NRW: Zukunft der Bildung - Schule der Zukunft.Denkschrift in Aufytag der Ministerpràsidenten des Landes Nordrhein -Westfalen,Neuwied u.a.1995
- Klippert H. Auf dem Wege zur einer neuen Lernkultur.Pàdagogische Schulentwicklung in den Regionen Herford und Leverkusen,Gùtersloh, 1999
- Klippert H. Pàdagogische Schulentwicklung. Planungs-und Arbeitshilfen zur Fòrderung einer neuen Lernkultur.Beltz Verlag,Weinheim u.Basel, 2000
- Meyer H. Schulpàdagogik .Band II: Fùr Fortgeschrittene,Berlin, 1997
- Rolff H.-G. u.a. Manual Schulentwicklung .Handlungskonzept zur pàdagogischen Schulentwicklungsberatung, Weinhein u.Basel, 1998
- Schratz M./Steiner-Lòffler U. : Die Lernende Schule. Arbeitsbuch pàdagogische Schulentwicklung ,Weinhein u. Basel,1998
- Schubert G. Schulentwicklung konkret.Projekte,Organisieren,Praxis.Weinheim u.Basel,1978
- Gazerro V. Lingua intercultura integrazione.2008 Anno europeo del dialogo interculturale.Plurilinguismo in Italia e in Svizzera, DZI St.Gallen, 2009.
- Gazerro V. Dirigenza scolastica: comunicazione responsabilità e autonomia.Sfide per le istituzioni scolastiche italiane, Guerra edizioni, Perugia 2009 - ( ww.edizioni-guerra.it )
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